Geschichte

Die Geschichte des Fährhauses geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Vor der Gründung des deutschen Kaiserreichs 1871 befand sich auf dem Gelände im Saatwinkel eine Zollstation. Nahe jenem Zollhaus, das zum Zwecke der Steuererhebung passierender Schiffe errichtet wurde, konnten Reisende auch Getränke und kleinere Speisen erwerben. Die Einrichtung dieser Verkaufstätte stellt die Geburtsstunde des heutigen Fährhauses dar.

Obwohl durch den Wegfall der Binnenzölle das Zollhaus schon bald überflüssig wurde, blieb das Fährhaus bestehen. Durch die Erweiterung des Angebots und einen Gastraum wurde aus der kleinen Verkaufsstätte erstmals eine Gaststätte.

Im Dunstkreis einer Werft und mehreren Koppelanlagen erfreute sich das Fährhaus vor allem als Ausflugsziel über viele Jahre großer Beliebtheit. Nach dem zweiten Weltkrieg, stand das Haus unter der Bewirtschaftung von Familie Lahe. Der Anbau der Tanzsaals machte die Lokalität damals vor allem für große Firmenfeste und Veranstaltungen beliebt. Auch die Personenschifffahrt, sowie Ausflugsdampfer fanden im Fährhaus bis Mitte des 20 Jhd. eine beliebte Anlegstelle.


1968 übernahm Fred Richau das Lokal. Der Onkel der heutigen Wirtin verhalf der leicht in Vergessenheit geratenen Gaststätte mit viel Fleiß und Investitionen wieder zu alter Beliebtheit. Insbesondere die Frühkonzerte und vielen feucht-fröhlichen Festlichkeiten sind dabei häufig den reiferen Gästen des Fährhauses heute noch in Erinnerung.

Mitte der 70er Jahre stand das traditionsträchtige Haus unter der wechselnder Bewirtschaftung. Trotz verhältnismäßig einfacher Küche, aber durch den ungebrochenen Charme seiner außergewöhnlichen Lage, diente das Fährhaus auch zu dieser Zeit seinen Gästen als Rückzugsort vom Großstadttrubel.

Im Jahre 2002, nach rund fünf Jahren Leerstand fasste Heike Lüders den Entschluss, das seit über 100 Jahren existierende Lokal in altem Glanze erstrahlen zu lassen. Vor der Eröffnung stand jedoch eine Grundsanierung des maroden Komplexes an. Nach einigen Monaten Arbeit, bei der die gesamte Familie mithalf, war es endlich soweit – am 01.05.2002 fand die feierliche Wiedereröffnung statt.

Mittlerweile erfreut sich der Familienbetrieb über viele Stammgäste, und jedes Mal aufs Neue über die Gesichter derer, die zufrieden und wohlgesättigt ihren Heimweg durch den baumgesäumten Maienwerder Weg antreten.